Entsprechend einer allgemeinen Entwicklung im ländlichen Raum befindet sich auch das Toggenburg in einem tiefgreifenden Strukturwandel. Die Nutzung landwirtschaftlicher Betriebe als solche geht spürbar zurück und hinterlässt gebaute Strukturen, die typischerweise von ihrer produktiven Nutzungsgeschichte geformt sind und aufgrund ihrer robusten Bauweise noch heute ein hohes Nutzungspotential aufweisen.
Das Projekt untersucht, wie eine der Typologie des Bauernhauses eng verwandte Struktur sinnvoll erweitert und gezielt umgebaut werden kann. Ziel ist es, die Typologie zu erhalten, in die heutige Zeit zu überführen und zugleich der zeitgemässen Nutzung des Mehrgenerationenwohnens Raum zu geben.
Der ortstypische Strickbau wird im Westen um einen großen Raum zum Kochen, Essen und Wohnen erweitert. In Holzbauweise und überhöht ausgeführt, erinnert er an den Charakter einer Scheune und bricht bewusst mit der kleinteiligen Struktur des Bestandes. Ein grosses Fenster rahmt den Blick auf die Churfirsten. Auf der Südseite des Anbaus bildet das überstehende Dach einen witterungsgeschützten Aussenbereich aus.
Sensible Eingriffe in den Bestand, wie der Rückbau der ursprünglichen Küche und des Dachgeschosses, werden vorgenommen, um die funktionale Grundausstattung nach heutigen Standards und Anforderungen zu erfüllen. Eine neue Stückholzheizung erzeugt genügend Wärme, um alle Wohnbereiche zu beheizen.
Da sich das Haus in der Landwirtschaft- und Kulturschutzzone befindet, erfordert es einen sensiblen Umgang mit Bewusstsein für die lokale Baukultur.
TEAM
Philipp Schaefle, Hendrik Steinigeweg, Louis de Saint-Affrique
WEITERE BETEILIGTE
Holzbau Nägeli AG, Giezendanner pro holz AG, Schreinerei Lindauer AG, Tobler Haustechnik AG, Tobler Metallbau AG, Kolb Elektro AG, Brändle Bedachungen AG, Casutt Wyrsch Zwicky AG, Gerevini Ingenieurbüro AG
PUBLIKATIONEN
02/2022 Bauenentwurf im Ländlichenraum
Site visit April 2022
PHOTOGRAPHY Zsigmond Toth














































