Als Zeitzeuge der örtlichen Baukultur Nesslaus, ist das Wöschhüsli durch eine Abfolge unterschiedlichster Nutzungen und baulicher Veränderungen gezeichnet. Trotz umfangreicher Rückbaumassnahmen bleibt seine Identität intakt: Im Kern bildet das charakteristische Tonnengewölbe den Auftakt für Neues. Mit Gesten der Offenheit positioniert sich das historische Haus markant im Ort und schafft einen neuen Raum des Miteinanders.
Das Wöschhüsli wurde vermutlich um das 18. Jahrhundert erbaut. Nun wird es von der Eppenberger Stiftung für das Toggenburg, zu neuem Leben erweckt. Als Kulturgut örtlicher Baukultur, jedoch gezeichnet durch jahrhundertelanges Bestehen, steht der Erhalt des Gebäudecharakters im Fokus. So bleibt der historische Kern unberührt von den notwendigen Rückbaumassnahmen: In der Gestalt eines gedrungenen, massiven Tonnengewölbes verweist dieser auf die Entstehungszeit des Wöschhüsli und bildet gleichzeitig den Auftakt für Neues.
Alle neuen baulichen Massnahmen orientieren sich an der ursprünglichen Gebäudekontur. Mit der Neuerstellung von Anbauten entstehen eine Bäckerei auf der Südseite und eine Gewerbeeinheit auf der Nordseite. Um dieser neuen Öffentlichkeit zu begegnen, erweitert sich die Kubatur bis zur Strasse hin und öffnet sich durch Anheben des Daches. Als Bruch zum gedrungenen Gewölberaum gliedert der Anbau einen überhöhten, offenen Raum an, der zum Verweilen einlädt und zwischen Strassenraum und Gebäudeinneren vermittelt. An den Längsfassaden schaffen neue Zugänge qualitätvolle Aussenräume zu Kirche und Bahnhof. Für den Ort Nesslau entsteht in diesem Zusammenhang ein neuer Ort der Begegnung.
Im Spannungsfeld zwischen Erhalt, Restaurierung und neuen baulichen Ergänzungen entsteht eine Architektur, die traditionelle Baukultur mit neuen Raumqualitäten verbindet und Möglichkeiten der gemeinschaftlichen Aneignung für den Ort Nesslau schafft.
AUFTRAGGEBER
Eppenberger Stiftung für das Toggenburg
TEAM
Philipp Schaefle, Hendrik Steinigeweg, Anabell Fritsches, Alexandra Schwarz, Luis Frisch
WEITERE BETEILIGTE
INVIAS AG, Schällibaum AG, Gerevini Ingenieurbüro AG, Gebr. Giezendanner, Egloff AG, Roman Menzi Restaurator, Looser Wattwil AG, Roth Bedachungen Fassaden AG, Kolb Elektro, Tobler Haustechnik & Metallbau, Arge Fausto Sussenbach & Bäni Malerhandwerk, Eveline Kesseli Schmiede & Metallgestaltung


















































